Fallbeispiel 8

Patientin mit Allopecia areata, Migräne und reaktiver Depression bei Ehekonflikt
Eine Patientin kommt zu mir, weil sie seit Jahren unter kreisrundem Haarausfall und Migräneattacken leidet. Sie will eine homöopathische Behandlung. Im Laufe des Erstgesprächs wird deutlich, dass sie auch in einer konflikthafte Ehesituation lebt: Sie fühlt sich von ihrem Mann nicht wertgeschätzt und wahrgenommen, hat keine Gefühle mehr für ihn und denkt an Trennung. Allerdings will sie ihren zwei Kindern im Moment noch keine Trennung zumuten. Sie fühlt sich antriebslos, oft deprimiert und schnell überlastet durch die häusliche Situation. Derzeit arbeitet sie nicht, obwohl sie ihre berufliche Tätigkeit sehr vermisst.

Therapie und Verlauf: Ich behandle die Patientin aufgrund ihrer körperlichen Symptomatik mit Sepia, worauf sich ihre Symptome erstaunlich schnell nachhaltig bessern: Schon nach einem halben Jahr sind ihre Haare auf der Kopfhaut so weit nachgewachsen, dass man keinen kreisrunden Haarausfall mehr sieht, auch die Migräneanfälle haben sich gebessert. Allerdings ist ihre konflikthafte Ehesituation weiterhin vorhanden und die psychische Symptomatik besteht fort. In einer tiefenpsychologisch-fundierten Kurzzeittherapie erarbeiten wir ein aktiveres Umgehen mit der Partnersituation: Sie wird konfliktfähiger und kann ihren Mann mehr mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen konfrontieren. Sie nimmt ihre berufliche Tätigkeit wieder auf und fühlt sich darin in ihrem Selbstwert mehr anerkannt und bestätigt. Auch hat sie wieder mehr Freude an sozialen Aktivitäten und hegt einen großen Freundeskreis. Durch diese Veränderungen in ihrem Verhalten wird die Ehesituation entspannter, die Familie kann aufrechterhalten werden. Die Migräneattacken nehmen in dem Maße ab, wie ihre Konfliktfähigkeit steigt: Sind doch Kopfschmerzen oft ein psychosomatischer Ausdruck von nicht ausgedrückten Aggressionen! Eigene unbewusste Anteile an der Partnerschaftsdynamik können von der Patientin reflektiert werden: In der Ehe wiederholen sich Situationen, die sie schon mit ihrem Vater erlebt hat. Von ihrem Vater fühlte sie sich genauso gering geschätzt und nicht anerkannt, wie sie es jetzt bei ihrem Mann erlebt. Durch die Bewusstwerdung dieses Zusammenhangs gelingt es der Patientin nun besser, das Verhalten ihres Mannes nicht immer gegen sich gerichtet zu erleben und nicht mehr so gekränkt zu sein. Sie kann jetzt besser mit seinen Eigenheiten umgehen und findet zunehmend einen eigenen Weg, ihre Bedürfnisse zu realisieren und ihr Glück nicht vom Verhalten ihres Mannes abhängig zu machen.

Mittlerweile braucht sie nur noch etwa alle sechs Monate 3 Globuli ihres Konstitutionsmittels, um gesund zu bleiben.