Das Symptom und seine Bedeutung in Psychoanalyse und Homöopathie

Psychoanalyse und Homöopathie scheinen auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun zu haben. Beschäftigt man sich jedoch eingehender mit den theoretischen Grundgedanken beider Wissenschaften, so erscheinen erstaunliche Gemeinsamkeiten. Homöopathische wie psychotherapeutische Ärzte verbindet beispielsweise ein sehr differenziertes Verständnis von Symptomen, aufgrund dessen ein tiefer Zugang zur psychischen und physischen Situation des Patienten möglich ist. Interessanterweise waren es ja gerade die Gründerväter der Homöopathie und Psychoanalyse, Samuel Hahnemann und Sigmund Freud, die dem Symptombegriff eine neue Bedeutung gegeben haben.

Gerade die genaue Beobachtung der Symptome führte Hahnemann zur Entdeckung des ersten Heilprinzips der Homöopathie, dem sogenannten Simile-Prinzip. Er beobachtete nämlich, dass die Chinarinde, in allopathischen Dosen verabreicht, dieselben Symptome verursachte, wie sie bei der Malaria erscheinen. Daraus folgerte er, dass dieses Arzneimittel in homöopathischer Dosierung genau diese Krankheitssymptome heilen konnte (1). Er postulierte den ersten Satz der homöopathischen Therapie: "Simile Similibus curentur" - Gleiches wird durch gleiches geheilt!

Während seine Kollegen auftretende Krankheitssymptome generalisierten, unter Diagnosen summierten und einfache, allgemein gültige Therapien durchführten (meist war es ein Aderlass), differenzierte Hahnemann seine Beobachtung von Symptomen und deren Zuordnung zu einem Arzneimittelbild und kam dadurch zu einer ganz individuellen Therapie des Krankheitsfalles.

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